Letzter Tag in Cluj (5.10.23)

Gestern auf dem Nachhauseweg kam ich zufällig an einem jüdischen Museum vorbei, das in keinem Reiseführer stand. Ich nahm mir vor, da auch mal einen Blick rein zu werfen und das tat sich dann heute früh und war sehr überrascht. Es war mal ein komplett anderes Museum ! Es gab wenig Exponate, aber das ganze war mit einem Rundgang und einem Audio Guide ausgestattet. 









Der erste Audio Guide war gesprochen von einer jungen Jüdin, die anhand von 20 Stationen ihrer Kindheit und die Flucht beschrieb. Es war eine sehr berührende Geschichte angereichert, mit vielen sachlichen Details aus der Zeit. 


Man konnte die Runde dreimal laufen. Jedes Mal war es ein anderer Erzähler und jedes Mal wurden andere Aspekte berichtet. Eine tolle, kreative Idee.

Unglaublich beeindruckend.


Die ganze Runde hat relativ lange gedauert und danach war es dann auch Zeit für einen kleinen Snack. Eigentlich wollte ich mir irgendein Gebäck holen, aber dann kam ich wieder an dieser genialen Pommeshöhle vorbei. Und dieses Mal standen auch nur 56 Leute davor. Also stell ich mich hinten an und war gespannt. 






Was ich bekam, waren offensichtlich handgeschnittene Fritten aus sehr guten frischen Kartoffeln, die genau auf die richtige Farbe und Konsistenz in der Frittüre gewesen waren. Es war auch die richtige Menge Salz daran, und die Dinger waren echt sehr lecker. Der Clou in diesem Laden war aber wohl eher, dass die Fritten mit vielen anderen Nuggets Hühnchen teilen oder was auch immer gereicht wurden und dass es mindestens 20 verschiedene Saucen dafür gab. 


Ich aber habe mich ganz konservativ für eine mittlere Portion Pommes mit Mayo entschieden. Und war ebenfalls sehr angetan.


Nach einem gemütlichen Kaffee gong ich  zurück in meine Unterkunft, um meinen Rucksack abzuholen. Dann, auf dem Weg zum Bahnhof, kam eine SMS. Das ist eigentlich nie was Gutes. Sie kam von einer Fluggesellschaft. Ruckartig ging mein Puls nach oben: was geht jetzt schon wieder schief? 


Aber dann gab es schnell Entwarnung: es war mein Flug von Moldawien nach Düsseldorf, der nun 20 Minuten früher abgeht. Damit kann ich gut leben. Schlimmer wäre mein Gabelflug von Rumänien nach Moldawien gewesen, wenn da das umsteigen nicht geklappt hätte, wäre ich in der Hölle gewesen. Aber so ist alles gut.










Am Bahnsteig warteten schon jede Menge Leute, das lässt befürchten, dass der Zug voll wird. Naja, 4 Stunden, das wird man wahrscheinlich überleben können.


Im Zug gab es dann etwas Aufregung. Die Schaffnerin wollte mir etwas erklären, aber natürlich klappte das nicht. Eine kurze Umfrage im Zug brachte schnell einen englisch-sprechenden Fahrgast zu Tage. Und der erklärte: irgendwo zwischendurch müssen wir den Zug verlassen und in einen Bus umsteigen. 


Der bringt uns dann an einen anderen Ort, wo wir wieder einen Zug benutzen können. Kompliziert. Irgendwelche Servicearbeiten…..So wird diese unspannende Fahrt spannend. 

Und warm. Im Waggon sind es gemütliche 27-28 Grad und damit bestimmt 4-5,Grad wärmer als draußen. 


Da passt es gut, dass ich mir als Reiseproviant ein Baguette gekauft habe. Allerdings habe ich nicht zu genau hingesehen, als ich es ausgesucht habe: es war mit Knoblauchbutter gebacken. Lecker, aber ich habe bestimmt auch stark danach gerochen. Pech für die Mitreisenden. 


Irgendwann tauchen dann auch die ersten Hügel und Berge links und rechts auf. Wir nähern uns dem Norden. 


In der Nähe von Ileanda hielt dann der Zug auf freier Strecke. Wir stiegen aus (ohne Bahnsteig) und kletterten über die Gleise. Dahinter stand dann ein Reisebus mit einem unfreundlichen Fahrer. Wieder begann der Kampf um die Plätze, aber da habe ich ja mittlerweile Routine. Und so ging es per Bus weiter. 




Funfact: es hätte auch eine Busverbindung zwischen  Cluj und Baia Mare gegeben, die wäre sogar schneller gewesen. Ich wollte aber lieber mit dem Zug fahren. Mal gewinnt man, mal verliert man. 


In Jibou war es dann so weit. Wir verließen den Bus und stiegen wieder in einen Zug. Auf der Karte konnte man sehen: wir waren nun WEITER von Baia Mare entfernt, als da, wo wir in den Bus gestiegen waren. Offensichtlich eine komplett andere Strecke. 


Aber auch diese Fahrt ging zu Ende. Gegen 19 Uhr kamen wir in Baia Mare an. Leider ging hier kein Bus und 3,3 km waren mir zu Fuß zu weit. Also nahm ich mir ein Bolt (wie Uber) und hatte eine entzückende Fahrerin, die perfekt englisch sprach. Sie hatte in London  studiert und insgesamt 10 Jahre in dem Land zugebracht und war gerade erst frisch zurück und verdiente sich gerade etwas Geld. Nette Begegnung.










Mein Appartement ist sehr neu und luxuriös. Heizung, Klima, komplette Küche, Waschmaschine und ein traumhaftes Bad. Für die Restaurants muss ich 200m laufen, aber da ist ein großer Platz und es gibt lecker was zu essen. Allerdings ist es ziemlich schattig hier. Die Klimaanlage werde ich nicht brauchen…..

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